Technikwürze

Wer suchet, der findet!

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Transkript der Folge

  1. David

    Technikwürze Nummer zweiundneunzig, acht Ausgaben vor der einhundert. Heute ist der 1. Oktober 2007. Mein Name ist David Maciejewski. Ich sag herzlich willkommen. Heute geht es um die Creative Commons.

    Die Creative Commons, so steht zumindest in der Wikipedia, ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die im Internet verschiedene Standard-Lizenzverträge veröffentlicht, mittels derer Autoren an ihren Werken, wie zum Beispiel Texten, Bildern, Musikstücken und so weiter, der Öffentlichkeit Nutzungsrechte einräumen können.

    Anders als etwa, so steht es übrigens in der Wikipedia, die von der Freie-Software-Szene bekannte GPL sind die Lizenzen jedoch nicht auf einen einzelnen Werktyp zugeschnitten, sondern für beliebige Werke. Ferner gibt es eine starke Abstufung der Freiheitsgrade von Lizenzen, die sich kaum vom völligen Vorbehalt der Rechte unterscheiden, bis hin zu den Lizenzen, die das Werk in die Public Domain stellen. Das heißt, bei denen auch das Urheberrecht so weit wie möglich verzichtet wird.

    Viel einfacher kann das erklären natürlich der Tobias Schwenke, Entschuldigung, der Thomas Schwenke. Der Thomas Schwenke war nämlich auf dem Webmontag ebenso wie ich. Vielen Dank an die Organisatoren übrigens, die das Ganze aufgezeichnet haben. Den Beitrag gibt es gleich, aber zunächst kommen wir erst mal zu dem hier. Die Hörer kommen zu Wort. Genau, und da fangen wir mal mit dem Stefan an.

  2. Einspieler

    Hallo, liebes Technikwürze-Team. Hier spricht Sebastian. Schöne Grüße aus Bielefeld an euch und ich wollte mich auch recht herzlich für euren Podcast bedanken, den ich super finde, regelmäßig höre und sehr informativ finde. Gleichzeitig möchte ich mich, bewerben für diese Karten für die Flash-Konferenz in Köln.

  3. David

    Die Karten hat ja mittlerweile bekommen der Tomas Caspers. Auch die Hörerkommentare, die ich jetzt ausgegraben habe, die liegen hier schon ein bisschen auf Halde, also wundert euch nicht.

  4. Einspieler

    2007, jetzt im September. Warum gerade ich die bekommen sollte? Ich bin zwanzig Jahre, arbeite seit mehreren Jahren als freiberuflicher Flasher in verschiedenen Agenturen, in Bielefeld, in Düsseldorf und in München und fange jetzt im Oktober an, Medieninformatik in Bielefeld, in Berlin zu studieren.

  5. David

    Da waren wir kurz weg.

  6. Einspieler

    Wenn das funktionieren würde und ich mir diese Konferenz noch angucken würde, versuche natürlich dann die, die Kenntnisse in Flash noch viel weiter zu vertiefen während meines Studiums und halt noch besser zu werden und da würde mir das absolut gut passen. Also ich würde mich freuen. Viele Grüße, Sebastian.

  7. David

    Ja, vielen Dank für deinen Kommentar. Der nächste bitte.

  8. Einspieler

    Hallo, liebe Technikwürze. Ich würde mich sehr über einen Podcast freuen, in dem ihr die mir immer wieder präsenten Themen aufgreift, wie: Welche Doctype ist der richtige? Wie gehe ich mit Schriftgrößen um? Pixel, EM oder Prozent? Was gehört in den Kopfbereich einer X-HTML-Seite? Wie baue ich eine CSS-Datei richtig oder logisch auf? Oder vielleicht Sachen wie unbekannte CSS-Tricks.

  9. David

    Tja.

  10. Einspieler

    Danke und tschüss.

  11. David

    Wird auch kommen, verlass dich drauf.

  12. Einspieler

    Ja, hallo David, hier Achim aus Hannover. Kleines Feedback zur Sendung siebenundsiebzig.

  13. David

    Schon ein bisschen was her.

  14. Einspieler

    Hat mir sehr gut gefallen. Ich selber bastle immer so ein bisschen hobbymäßig mit PHP und hatte eben auch schon von CakePHP gehört, aber wie es halt so ist, wenn man so was nur hobbymäßig macht, dann kommt man halt doch nicht dazu, sich die Sachen anzugucken und von dem her war die Sendung jetzt ein toller Einstieg für mich, hat mich ein bisschen motiviert, da wieder mehr zu machen und-

  15. David

    Freut uns.

  16. Einspieler

    -würde mich auch freuen, wenn ihr, wie auch in der Sendung schon überlegt, vielleicht noch mal eine zweite Sendung zu CakePHP bisschen tiefer gehend noch mal macht.

  17. David

    Aha.

  18. Einspieler

    Ja, so viel von mir. Tschüss.

  19. David

    Ja, das hat man natürlich überlegt, eine zweite Sendung über CakePHP machen. Ich denke, das werden wir auch noch tun. Wenn ihr anrufen wollt, null fünf elf einundzwanzig siebenundzwanzig dreihundert. Wir hören auch gerne, wir hören auch gerne eure Hörerkommentare. Ansonsten, den bekannten Weg auf echo@Technikwürze.de oder auf www.Technikwürze.de. Ihr kennt das Ganze.

    Ihr solltet übrigens, falls ihr diesen Podcast nur abonniert habt über iTunes, über den Feed oder was auch immer, dann geht doch mal bitte auf regelmäßig auf Technikwürze.de und schaut euch erst mal die Niederschrift der ganzen Folgen an. Da gibt es noch sehr viele Links und natürlich auch die begleitenden Kommentare zur Sendung. So, ich halte jetzt erst mal meine Gusche, denn jetzt kommt, Thomas Schwenke mit dem Beitrag vom letzten Webmontag. Es geht um die Creative Commons.

    Thomas Schwenke ist, ja, ist eine interessante Mischung, würde ich mal so sagen. Jetzt guckt er ganz skeptisch. Er ist nämlich sowohl Rechtsanwalt als auch Webdesigner und das finde ich persönlich ganz spannend, weil, welcher Webdesigner kennt sich schon mit Onlinerecht aus und umgekehrt, ja, und besonders umgekehrt. Thomas, bloggt auch auf advisign.de zum Thema Recht und Webdesign und sein Titel heißt heute „Die Creative-Common-Lizenz einfach erklärt". Na, dann wollen wir das mal hoffen.

    Lieber Thomas, ich bitte dich auf die Bühne.

  20. Thomas

    Danke sehr. Die erste Frage, die sich bei Creative Commons immer stellt, ist: Was bedeutet das überhaupt? Wo kommt das her? Welchen Sinn und Zweck hat Creative Commons? Erstens die Bedeutung. Creative Commons bedeutet auf Deutsch übersetzt so viel wie kreatives Gemeinschaftsgut, also irgendwas Soziales, Kreatives. Es ist auch der Name für eine gemeinnützige Gesellschaft in den USA.

    Diese Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, das kreative Wissen einfacher auszutauschen, also es möglich zu machen, dass man kreative Werke schnell und einfach miteinander austauschen kann. Wieso das nötig war Sieht man, wenn man sich verdeutlicht, wie unser Urheberrecht konzipiert ist. Das Urheberrecht ist eigentlich ein Unternehmensrecht. Es ist von 1965 und basiert auf jahrhundertalte, jahrealter Geschichte.

    Es sieht folgenden Regelfall vor: Wir haben jemanden, der interessiert sich zum Beispiel für dieses Bild. Er möchte, sagen wir mal, einen Bildband machen. Es ist normalerweise ein Verlagshaus, so ist es vorgesehen. Dann haben wir hier eine Verwertungsgesellschaft, die hat Rechte an diesen Bildern. Die beiden treffen sich miteinander und müssen einen Lizenzvertrag aushandeln. Das heißt, viele, schwierige Regeln.

    Es muss über das Geld gesprochen werden, über die Verbreitung und so weiter und so fort. Das ist schwer, deswegen braucht man meistens einen Juristen, der dann einen Vertrag entwirft. Heute hat sich das ein bisschen gewandelt. Heute ist das Urheberrecht Jedermannrecht. Das heißt, jeder von euch hat damit ständig in der Öffentlichkeit zu tun. Der eine macht Bilder, der andere nimmt dieses Bild und macht daraus eine Webseite. Der eine macht Musik, der andere remixt diese.

    Wenn man sich vorstellt, dass man sich jedes Mal auf diesen, dieser Art und Weise austauschen müsste, wäre das etwas kompliziert. Okay, als Rechtsanwalt fände ich das vielleicht gar nicht so schlecht, aber grundsätzlich wäre das auf jeden Fall teuer und kompliziert. Man lässt es am besten sofort, weil es dauert lange, denjenigen anzuschreiben, sich auszutauschen. Dann gibt es noch viele rechtliche Fallen.

    Also wirkt das Urheberrecht eigentlich wie eine Kreativitätsbremse, weil es halt so kompliziert ist. Es hat keine Bordmittel, mit denen man einfach die Rechte an Werken austauschen kann. Entschuldigung, dass ich hier mal durchs Bild laufen muss. So, und an dieser Stelle setzt die Creative-Commons-Lizenz an. Also man erstellt einmal eine Lizenz, packt die zu seinem Bild und kann sich dann einfach zurücklehnen.

    Wenn jetzt ein Interessent kommt, also ein potenzieller Surfer, der zum Beispiel das Bild nutzen möchte, muss er sich einfach nur diese Lizenz anschauen, sieht sofort, welche Rechte, welche Pflichten er hat und kann dieses Bild nehmen oder es lassen. Das heißt, das Ganze wird beschleunigt und vereinfacht. Also der Sinn und Zweck von Creative Commons ist, die Kreativität und den Austausch zu beschleunigen. Wird auch als Remix Culture genannt.

    So, da wir jetzt wissen, wie das Ganze, wie die Theorie ist, kommen wir zum praktischen Teil. Wie funktioniert Creative Commons? So, jeder kennt bestimmt diese kleinen Icons. Die findet man eigentlich überall im Web. Das ist ein Hinweis darauf, dass dieses Werk, wo es bei steht, zum Beispiel kann es ein Blog sein, eine Webseite, eine Bilderga-galerie, dass diese unter einer Creative-Commons-Lizenz steht. Wenn man da draufklickt, kommt man zu einem sogenannten Deed.

    Deed ist Englisch, steht für Urkunde auf Deutsch und ist eine Lizenzurkunde. Es ist eine kurze Zusammenfassung der Rechte und Pflichten in Menschensprache, also sodass man es als normaler Mensch lesen kann. Oben stehen meistens die Rechte. Hier, ich kann es verbreiten, ich kann es bearbeiten. Dann stehen die Pflichten: Ich muss Namen nennen und noch, das ist eine Share-Alike-Lizenz. So, das ist der einfache Teil und das braucht man eigentlich nur als normaler Mensch.

    Wenn man dann noch weiter einen Link klickt, gelangt man zu der eigentlichen Lizenz. Das ist dieses juristische Werk, die eigentliche Creative-Commons-Lizenz, weil das würde nicht ausreichen, um die Lizenz, um Creative-Commons-Lizenzen gerichtsfest zu machen. Und damit das auf sicheren Beinen steht, müssen wir eben diese Lizenz haben. Die ist dann auch in Maschinensprache, Juristensprache geschrieben. Entschuldigung. Ist keine falsche--, also die ist in Juristensprache geschrieben.

    Man hat aber nicht oft damit was zu tun. So, wir sehen noch einen zweiten Pfeil, etwas dunkler, etwas heller. Das ist im Quelltext drin. Das verbirgt sich hinter diesem Icon hier. Und da stehen die Me, Metadaten. Das heißt, hier steht, zum Beispiel: Hier findet sich ein Bild. Das Bild ist von der Person so und so und folgende Lizenzbedingungen. Diese Metadaten sind für die Crawler, Spider und sonstige, Suchmaschinen wichtig. So.

    So ist das Ganze aufgebaut und jetzt kommen wir zu den einzelnen Bestandteilen der Lizenz. Das sieht ja hübsch aufgelöst aus. Also irgendwie in Photoshop ist es besser. Na egal. Die Creative-Commons-Lizenz ist eigentlich keine einzelne Lizenz, sondern ein Lizenzbaukasten. Das sind vier Pflichten, die man dem Nutzer auferlegen kann. Ich werde gleich zeigen, dass es sehr einfach geht. Die wichtigste ist die Namensnennung, Attribution. Die ist immer Pflicht.

    Das bedeutet, wenn ich ein Werk von jemandem nehme, muss ich ihm zumindest Achtung zollen. Das heißt, seinen Namen nennen. Und da sollte man immer beachten: richtige Namensnennung. Man muss immer den Namen des Urhebers nennen und einen Link zu ihm machen, wenn er einen Link angegeben hat. Wenn er zum Beispiel-- Das hier ist ein Beispiel von Flickr. Ich mache einen Link zu, zu seinem Namen oder es kann auch seine Webseite sein. Dann muss ich einen Titel des Werkes nehmen, wenn eins angegeben ist.

    Hier ist es-- Warum habe ich eigentlich einen französischen Titel genommen? Na egal. Chouette, glaube ich. Irgendwie eine Eule. Das wäre der Titel und ein Link zu dem Werk selbst. Und das Wichtigste ist, was oft vergessen wird: Es muss auch ein Link zur Lizenz dahinterstehen. Das vergisst man. Wieso ist das da und wieso ist das Pflicht? Das ist dazu da, um die Verbreitung zu fördern.

    Man kann sich vorstellen, wenn ich dieses Bild dann bei mir auf der Webseite einbinde und nicht schreibe, unter welcher Lizenz das ist, dann wird es sozusagen bei mir auf der Webseite verrecken. Es wird sich nicht weiterverbreiten. Und das ist eigentlich der Sinn und Zweck. Deswegen bitte darauf immer achten. Der zweite Punkt: Non-Commercial. Wenn dieses Zeichen dasteht, bedeutet das, man darf das Werk nicht kommerziell nutzen. Was heißt jetzt kommerziell?

    Ist leider noch nicht bis zum Ende ausdiskutiert. Was klar ist: Wenn ich direkt Geld dafür kriege. Das heißt, ich k, ich kann zum Beispiel nicht Musik remixen und diese CD dann mit Gewinn verkaufen, wenn die unter Non-Commercial veröffentlicht wurde. Ich darf nicht ein Foto nehmen, daraus ein Design basteln und für dieses Design Geld bekommen. Auch klar.

    Schwieriger wird das jetzt: Ich hab zum Beispiel bei mir jetzt ein, bei einem Unternehmen 'n Blog und das ist irgendwie auch 'ne Werbung mittelbar für mich. Aber dafür, was ich veröffentliche, bekomme ich kein Geld. Das ist aber noch im Rahmen des Zulässigen, weil ich halt den nicht mehrheitlich, damit Werbung mache. Wenn ich da nur Werbung für mich veröffentlichen würde, nur zum Beispiel Produktwerbung und würde die Bilder benutzen, wär das 'n Verstoß gegen Non-Commercial. So ist es in Ordnung.

    Der dritte Punkt ist: keine Bearbeitung. Das heißt, wenn ihr diese seht, dürft ihr ein Bild nicht mit Filtern bearbeiten, Entschuldigung, nicht zuschneiden oder zum Beispiel Textausschnitte nehmen oder auch 'n Text übersetzen, ist auch nicht zulässig. Das vierte ist Share Alike. Dieser Lizenzpunkt sorgt dafür, dass Creative Commons sich weiterverbreiten kann. Das lässt sich am besten anhand eines Beispiels erklären. Ich nehme ein Bild und erstelle daraus eine Webseite.

    Grundsätzlich ist diese Website dann urheberrechtlich geschützt und keiner darf sie benutzen, also dieses Design jetzt. Wenn aber dieses Bild unter Share Alike stand, bin ich verpflichtet, die gesamte Website unter Creative Commons Share Alike zu stellen. Das heißt, wenn man dieses Zeichen benutzt, will man dafür sorgen, dass sich Creative Commons fortpflanzt. Das heißt, ich darf es benutzen, aber nur, wenn ich das, was ich herstelle, auch freigebe. So, das waren eigentlich diese vier Zeichen.

    Und wie einfach das geht, eine Creative Commons, einen Creative-Commons-Button zu erstellen oder eine Lizenz zu erstellen, steht hier unter diesem Link, unter creativecommons.org/license beziehungsweise oben auf der Website ist mein Link, kommt man zu einem Publisher. Das ist, geht ganz einfach. Man muss hier einen Button anklicken, kommerzielle Nutzung erlauben, Ja oder Nein, Bearbeitung erlauben, Ja, Nein oder mit Share Alike. Das war's eigentlich.

    Dann nur noch die Metadaten eingeben, abschicken, Icon auswählen, Quellcode einbauen. Das war's. Mehr ist es nicht. Die ganzen Raucher, zu denen ich auch gehöre. Dann stellt sich die Frage: Wo baue ich das ein und wie baue ich dieses Icon ein? Eins sollte klar sein: Wenn ich dieses Icon einfach in meine AGBs reinhaue oder in meine Impressum oder unten auf der Webseite, ist die gesamte Website davon erfasst. Das heißt, alle Bilder, alle Texte. Deswegen ist es sinnvoll, das mal zu beschränken.

    Das hier ist zum Beispiel ein Beispiel, wo nur, das hier zum Beispiel, wo nur die Texte freigegeben worden sind. Das heißt, es betrifft also nicht die Bilder. Hier wird sozusagen der gesamte Inhalt freigegeben. Das sollte man sich auf jeden Fall überlegen, damit der Nutzer auch weiß, was freigegeben ist und damit man auch auf der sicheren Seite ist. So, das war eigentlich zu der Funktion. Und jetzt kommen wir zu den Vorteilen von Creative Commons, die es bietet. Auf jeden Fall Rechtssicherheit.

    Wie ich anfangs erklärte, müsste man sich sonst über komplizierte juristische Formeln Gedanken machen, über Gesetze Gedanken machen und hier haben wir Standardlizenzen. Diese Standardlizenzen sind auch schon zumindest in Europa von zwei Gerichten bestätigt worden und so wie es aussieht, müssten die in Deutschland auch funktionieren. Zweitens: Das Urheberrecht bleibt erhalten. Viele haben ja Angst, wenn ich das unter Creative Commons veröffentliche, ist mein Urheberrecht weg.

    Das ist nicht richtig. Es bleibt da. Ich geb nur bestimmte Rechte frei. Ein Beispiel, zum Beis-- Ein Beispiel ist, wenn ich, ein Bild von mir, das ich freigegeben habe, auf irgendeiner Porno- oder auf einer Naziseite sehe und das nicht gut finde, kann ich immer noch mich darauf berufen, dass hier mein Werk entstellt worden ist und zurücknehmen, weil ich eben der Urheber bin. Drittens: Einzelverhandlungen bleiben möglich.

    Das heißt, auch wenn ich mein Werk unter der Lizenz, freigegeben habe, ihr dürft es nutzen und bearbeiten, es aber Non Commercial gesagt habe und jetzt tritt jemand an mich heran, möchte das Bild kommerziell nutzen, kann ich mit ihm normal, ganz normal eine Einzelverhandlung machen und das Bild verkaufen. Das heißt, man ist nicht auf, Creative Commons, festgenagelt.

    Und der vierte Vorteil ist, Creative Commons, freut sich großer Verbreitung und je mehr ihr dazu beiträgt, desto größer wird auch der Pool, aus dem man sich bedienen kann. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Und dann gibt es auch Gefahren. Sind natürlich, ist nicht ganz so schlimm, wie es vielleicht aussieht, dass es so viele sind. Wenn man die wenigen Punkte beachtet, kann man eigentlich nichts falsch machen. Erstens: Unumkehrbarkeit.

    Ihr sol-- Es sollte euch klar sein, wenn ihr etwas unter Creative Commons freigebt und das in Umlauf gerät, könnt ihr das nicht wieder zurücknehmen. Das heißt, ihr habt ein ganz tolles Bild gemacht, ihr habt es freigegeben und jetzt möchtet ihr das zurückholen. Ihr sagt, nicht jeder soll das verwenden dürfen. Das geht nicht mehr. Deswegen vorher überlegen. Zweiter wichtiger Punkt: Rechte Dritter. Der Lizenzgeber kann nur so viele Rechte geben, wie er hat.

    Beispiel: Wenn ich jetzt von dir ein Foto mache, von deinem schönen Gesicht, dann habe ich nur ein Recht an, auf diesem Foto. Aber ich hab nicht das Recht an deinem Gesicht. Das heißt, wenn jemand dieses Foto nimmt und, das ich unter Creative Commons veröffentlicht habe – das ist sogar schon passiert –, dann kannst du dich bei ihm melden und Unterlassung oder Schadensersatz verlangen, denn ich kann, ich konnte ja nicht über dein Gesicht verfügen, also über dein Recht an deinem Bild.

    Das gilt genauso für Marken. Ich hab zum Beispiel ein Schuhgeschäft, finde ein schönes Bild von einem Adidas-Logo und mache daraus eine Werbung oder ein Banner. Ganz klar, das kann der Lizenzgeber nicht machen. Er kann nicht über die Rechte von Adidas verfügen. Das heißt, bei Personen sollte man den Lizenzgeber fragen, ob die Person eingewilligt hat und am besten sich noch die E-Mail der Person geben lassen, bevor man es verwendet. Also Personenbilder gefährlich.

    Bei Marken, wenn man geschäftlich tätig ist, ebenso. Dritter Punkt: Der Lizenzgeber haftet nicht.

    Wenn der Lizenzgeber das Bild von dir freigegeben hat und ich hab daraus ein Banner gemacht und damit viel Geld verdient und ich muss, oder kein Geld verdient und ich muss an dich Schadensersatz zahlen, dann kann ich mich nicht an die Person, die das veröffentlicht hat, wenden, wie das normalerweise bei einer Bildagentur wär, und sagen: „Du hast mir hier ein fehlerhaftes, Bild verkauft“, weil da waren noch Rechte Dritter dran. Das geht nicht.

    Ist eigentlich auch klar Er hat ja auch kein Geld dafür bekommen. Und wenn er kein Geld bekommt, warum soll er denn dafür auch noch extra haften? Vierter, auch wichtiger Punkt, weswegen man diese Ereignisse beachten sollte, diese vier: Die Lizenz endet automatisch bei Lizenzverstoß. Und das ist, für die GPL-Lizenz vor deutschen Gerichten bestätigt worden, dass das geht.

    Das heißt, wenn ich zum Beispiel keinen Link auf die Creative-Commons-Lizenz unter dem Bild mache, wie ich vorhin es mit der Eule gezeigt habe, erlischt die Lizenz. Es ist so, als ob ich keine hätte und man kann mich abmahnen. Deswegen immer drauf achten, dass man sich an diese Bestimmungen, die da stehen, hält. Und was auch noch problematisch werden könnte, ist wahrscheinlich nicht so oft, der Nachweis. Wenn ich ein Bild genommen habe und derjenige nimmt die Lizenz von seiner Seite weg.

    Man könnte sich jetzt so 'n bösen Abmahner vorstellen, der ver-veröffentlicht paar Bilder. Ich nehme diese Bilder, mache daraus Banner, löscht den Hinweis auf Creative Commons und natürlich auch das Google Cache. In Way-back-Maschine ist auch nichts und sagt, du benutzt meine Bilder widerrechtlich. Dann habe ich ein Problem, das nachzuweisen.

    Deswegen würde ich zumindest, wenn ich das kommerziell nutze, empfehlen, eine Hard Copy zu machen, also einen Ausdruck und das vom Zeugen beschreiben zu lassen. Kommt wahrscheinlich nicht so häufig an, aber wäre hundertprozentig sicher. Ja, das waren eigentlich die Gefahren. So viele sind es nicht. Und, wenn man Werke unter Creative Commons suchen möchte als Nutzer, mittlerweile gibt es einmal die auf der Creative-Commons-Seite selbst 'ne Engine zum Suchen nach Creative-Commons-Werken.

    Dann gibt es noch Google, Yahoo, Flickr und so weiter. Immer mehr Such, Suchplattformen unterstützen Creative Commons. Klickt mal einfach auf erweiterte Suche und dann könnt ihr Creative Commons auswählen, sodass euch nur die Bilder ausgegeben werden, die unter Creative Commons stehen. Die könnt ihr dann frei nutzen. Ja, das, war's dann eigentlich. Ich danke sehr. Weitere Informationen, noch 'ne längere Zusammenfassung ist auf meiner Website und für Fragen stehe ich noch fünf Minuten offen.

    Ansonsten danach und in meinem Blog könnt ihr noch weitere Fragen stellen. Danke sehr.

  21. Sprecher 1

    Sie haben die ganze Zeit eigentlich über Bilder geredet. Ich habe zum Beispiel auf meiner Seite, Grundlagen, zum Beispiel thematisch Suchmaschine optimieren und ich habe festgestellt, dass das einfach Copy-and-paste in andere Seiten gesehen,, passiert ist und, mehrmals. So die Frage ist also: Gilt diese, Sache auch für selbstgestellten Text? Also ist das ein Problem oder gibt es andere Regeln, zum Beispiel für Text aus Grafiken?

  22. Thomas

    Ja. Creative Commons lässt sich, eigentlich fast ja auf alle Werke anwenden, außer Software, weil da gibt's spezielle Lizenzen. Das heißt, ob es Bilder sind, grafische Entwürfe oder auch Texte, das kann man auch mit Creative Commons lizenzieren. Und des Weiteren gilt das nicht nur für den Online-Bereich. Man kann das auch auf Offline-Werke anwenden. Also man kann zum Beispiel auch Bücher unter Creative Commons rausgeben.

    Das heißt, in dem Fall ist es kein Problem, die auch unter Creative Commons zu stellen. Jetzt aber ich weiß nicht, ob ich Sie richtig verstanden habe. Geht es darum, dass Sie, fragen, ob das urheberrechtlich geschützt ist oder ob das unter Creative...

    Ach so, das ist eine andere Frage. Das ist, 'ne Frage vorher.

    Kann man-- Es kommt auf den Text an, aber wenn das ein sehr ausführlicher wissenschaftlicher Text ist oder so, ist es geschützt. Ja.

  23. Sprecher 2

    Ich habe auch noch mal eine Frage, und zwar einmal zu dem kommerziellen Nutzung. Wie ist das mit einem Blog, das Werbung drauf hat, das Google AdSense oder so drauf hat? Das ist ja-- Und der, und der benutzt jetzt ein Bild unter von Creative Commons irgendwo beim Beitrag von einem Museum, das fotografiert wurde. Da war er zu Besuch und findet ein tolles Flickr-Bild. Creative Commons, no commercial, setzt es da rein, hat aber oben Banner Werbung.

  24. Thomas

    Ist zulässig. Es kommt im Weiteren darauf an, wie der Inhalt an eigenen Beiträgen ist und wie der Inhalt an Creative Commons ist. Wenn ich zum Beispiel in diesem Blog nur Bilder, als, als etwas extremes Beispiel nur Bilder unter Creative Commons von Flickr poste und eigentlich selbst kaum was zum Blog beitrage und dabei viele, Banner habe und eigentlich damit sozusagen mit Creative Commons dann Geld mache, dann ist das nicht zulässig.

    Wenn das so wie es in deinem Fall ist, du machst ab und zu ein Bild und ansonsten postest du ganz normal Beiträge und verdienst eigentlich nur damit bisschen Zubrot, dass du deine Seite unterhältst. Aber das ist nicht die eigentliche Funktion der Seite. Damit verdienst du ja nicht Geld, sondern holst dir die Kosen, Kosten wieder rein. Das ist in Ordnung, das ist noch im Rahmen.

  25. Sprecher 2

    Ja, und dann wollte ich kurz noch eine Anmerkung machen, weil es das gegeben hat. Ein paar Probleme mit Musik, Musikrecht, wo da auch Flow unten angegeben war, weil einige Musiker in Deutschland dazu übergegangen sind, halt dann irgendwann, die haben vorher normal veröffentlicht, also CDs veröffentlicht, sind dann übergegangen, haben gedacht, ich mache nur noch nett und mache alles nur Creative Commons, waren aber GEMA-Mitglieder. Das ist dann eine Abtretung an Dritte.

    Und dann war eine lange Diskussion, dass das doch gehen müsste, einzelne Sachen freizustellen, weil es in den USA geht. Aber es geht halt in Deutschland nicht. Das ist wichtig zu sagen. Es geht in den USA kann ich einzelne Songs freistellen, in Deutschland nicht. Und wer das schreibt, halt, das stimmt nicht. Man muss halt trotzdem zahlen.

  26. Thomas

    Ja, das habe ich auf meiner Seite dann einen ausführlichen Teil auch noch dazu geschrieben, dass GEMA nicht kompatibel ist. Also GEMA ist immer wieder alles oder nichts. In den USA ist das etwas anders. Ja. Okay, dann danke sehr. Falls noch Fragen dann bestehen oder hat noch jemand Frage? Nein. Alles klar. Danke sehr.

Der Webmontag in Hannover scheint ob seiner anwesenden Gäste ein feste Instanz zu werden. So auch Thomas Schwenke, der zum zweiten Mal seine Wurzeln als Anwalt nutzte, um uns Webfreaks mal rechtlich auf dem laufenden zu halten. Beim 3. Webmontag am 17. September 2007 erklärte er uns, was die Creative Commons sind. Diesen Beitrag hört ihr - inklusive der folgenden Fragerunde - in diesem Podcast.

Fußnoten

  1. Link entfernt, da nicht mehr erreichbar ↩ a ↩ b ↩ c ↩ d

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