Als Betreiber einer Webseite sollte man dafür Sorge tragen, dass die Informationen, die man veröffentlicht auch glaubwürdig sind. Stefan Nitzsche klärt auf, was man dafür tun kann.

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Stefan Nitzsche ist Webentwickler im Bereich Frontend mit über neun Jahren Agenturerfahrung. Er ist selbständig seit Mai 2007 und wurde nur kurz danach Mitglied der Webkrauts, der Vereinigung deutscher Webentwickler und -designer, die sich für Webstandards einsetzen. Er betreibt auch ein Blog.

Eine Webseite muss glaubwürdig sein, weil die angebotenen Informationen/Dienste ernst genommen werden sollen. Das gilt natürlich gerade für Seiten, die einen kommerziellen Zweck verfolgen, aber auch Blogger oder generell private Webseiten profitieren von Glaubwürdigkeit. Der aktuelle Beitrag beleuchtet Faktoren und Maßnahmen, die zu gesteigerter Glaubwürdigkeit führen.

Einstieg: Was ist Web Credibility?

Web Credibility als Bereich, dem konzentriert Aufmerksamkeit gewidmet wird, ist in Deutschland sehr schwach vertreten. In den USA, an der Universität Stanford, existiert das Persuasive Technology Lab, eine Einrichtung, die sich mit der Frage beschäftigt, ob und wie Technologie Menschen in ihren Gewohnheiten beeinflussen oder sogar lenken kann. Das Web Credibility Project von BJ Fogg an der Universität Stanford widmet sich der Glaubwürdigkeit im Internet, und zwar in Bezug auf folgende vier grundlegenden Fragen:

  • Was sorgt dafür, dass Menschen glauben (oder nicht glauben), was sie im Internet finden?
  • Welche Strategien wenden Menschen an, wenn Sie die Glaubwürdigkeit einer Quelle bewerten?
  • Welche Zusammenhänge und Gestaltungsfaktoren beeinflussen diese Beurteilungen und Strategien?
  • Wie und warum unterscheidet sich der Prozess der Beurteilung von Glaubwürdigkeit im Internet von den Prozessen während der Mensch-Mensch Kommunikation bzw. in anderen Offline-Umgebungen?

Im folgenden werden die zehn Richtlinien behandelt, die Stefan Nitzsche und Jens Meiert ins Deutsche übersetzt haben:

Zur Anbieterkennzeichnung ist in Deutschland das Telemediengesetz (TMG) bindend, dass sämtliche Informationspflichten der sogenannten Diensteanbieter regelt.

Beispiele

Damit das ganze nicht so abstrakt bleibt, werden ein positives und ein negatives Beispiel vorgestellt:

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Dieser Beitrag wurde am Montag, 24. September 2007 um 00:00 Uhr in der Kategorie Podcast veröffentlicht.
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Kommentare

  • Avatarbild von Peter Peter
    am 24. September 2007, 11:01 Uhr

    eBay als negativ Beispiel anzuführen ist ja nun relativ einfach. Die “Bude” krankt doch schon seit längerer Zeit an einer massiven Glaubwürdigkeits- und Vertrauenskrise.

  • Avatarbild von Markus Wulftange Markus Wulftange
    am 24. September 2007, 13:35 Uhr

    Bei Ebay stört mich zudem das etwas undurchsichtige URL-Design. So ist fast jede Kategorie unter einer eigenen Subdomain („<kategorie>.ebay.de“) zu finden. Eine hierarchische Struktur nach dem Schema „/kategorie/</kategorie>“ wäre hier viel schlüssiger.
    Ein weiterer Minuspunkt ist, dass bei einigen Seiten die verwendete Zeichenkodierung nicht korrekt angegeben wird, was zu Fehldarstellungen führen kann.

  • Avatarbild von Marcel Schwarzenberger Marcel Schwarzenberger
    am 24. September 2007, 14:33 Uhr

    Was mich freut, ist die Tatsache, dass ihr ein paar konkrete Beispiele genannt habt. So wie ich das Ganze verstanden habe, ist die Sache mit dem Vertrauen und den hier vorgestellten Projekten schon sehr abstrakt. Vertrauen hat freilich sehr viel mit einem seriösen Auftritt zu tun – wenn wir bei dem Webdesign bleiben.
    Gut, dass Stefan auch solche Dinge wie die Belegbarkeit von Inhalten angesprochen (siehe Wiki). Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass nun unbedingt immer ein Link im Text dazugehören muss. Die Kennzeichnung der Quelle, idealerweise mit einem Zitat und der Nennung des Zitierten versehen, reicht durchaus aus. So arbeiten ja auch die Printmedien üblicherweise, so machen es auch Tageszeitungen in ihren Internetauftritten. Ach Gott, da gibt es aber noch so viele Dinge, die dazugehören, einem Internetmedium Vertrauen abzugewinnen. Gezielte Ansprechbarkeit der Seitenbetreiber gehört definitiv auch dazu. Ich denke, das Thema ließe sich auch noch in weiteren Sendungen aufbereiten, mit möglichst vielen praktischen Beispielen vielleicht… Freu mich!

  • Avatarbild von Konstantin Klein Konstantin Klein
    am 24. September 2007, 20:49 Uhr

    Das mit den tausenden FAQs, wenn man ein Kontaktformular sucht ist das Schlimmste. Bei einem Provider mit S (bei dem ich zum Glück nicht bin) ist das besonders schlimm.
    Bei anderen großen Firmen braucht man dann auch oft so ne 26-stellige Produktnummer.
    wichtig finde ich noch zu erwähnen, dass es wirklich noch Seiten gibt, auf denen man online Produkte kaufen kann, die aber keine SSL-Verschlüsselung anbieten.
    das schädigt auch die glaubwürdigkeit (zumindest bei usern, die sich auskennen)

  • Avatarbild von Thomas Schaaf Thomas Schaaf
    am 25. September 2007, 17:13 Uhr

    Super Themenauswahl!
    Super Gast!
    Super Sendung!

    Thomas

    P.S.: Danke, dass du, David, auch oft am Sonntag für diesen super Podcast dich hinsetzt :) (Beweis ist wohl das Kirchen geläute im Hintergrund)

  • Avatarbild von Erik Pöhler Erik Pöhler
    am 25. September 2007, 19:45 Uhr

    Hallo zusammen! Finde den Beitrag sehr gelungen, wenn er sich teilweise auch etwas zieht…

    Meine zwei Cent in Sachen “Angabe und Verlinkung der eigenen E-Mail” (auf einer Webseite – im Impressum)

    Ihr sprecht damit ein Thema an, was man natürlich auch hätte zu Ende denken können ;)
    Ein schönes Besipiel wäre zB. das Impressum des formidablen Weblogs von Maurice Kühlborn ( http://infochord.de/ ):
    Hier wird Javascript dazu eingesetzt, die mit versteckten unterstrichen gespickte Textform der E-Mail-Adresse in einen Link umzuformen. Zusätzlich sorgt ein onclick-Event dafür, dass sich beim Besucher auch das E-Mail-Programm öffnet wenn er drauf klickt.
    Das ganze ist natürlich nur halbwegs idioten(spambot)sicher, aber in meinen Augen mal ein wirklich sinniger Grund Javascript eiinzusetzen – gegen Effekthascherei habt ihr ja schon gewettert…
    In meinem eigenen Impressum habe ich das ganze dann nochmal (mittels jQuery) auf die Hälfte gestutzt und ersetze statt (mit Unterstrichen gespicktem) Text ein Bild des Adresstexts.

    Gruß, und weiter so! (PS: das hatte mehr etwas Dialog-mäßiges statt einem Interview. Stellt beim Interview nicht einer die Frage, andere antworten? Nunja, das war vllt. so beabsichtigt…)

    @ Thomas: Kirchengeläut? Das waren Mausklicks. A propos, Zeit mal wieder das Firefox-Gebet ( http://www.xento.net/weblog-archiv/innereien-des-www/firefox-gebet.php ) anzuklicken ;)

  • Avatarbild von macx macx
    am 25. September 2007, 20:09 Uhr

    Freut mich, dass euch das Thema gefallen hat. Technikwürze lebt natürlich, und das zeigt diese Folge, auch von seinen Gästen. Daher vielen Dank an Stefan.
    @Erik: “Interview” war nicht der richtige Jingle, das stimmt. Aber auch ein Interview musst ja nicht immer ein Frage- Antwortspiel sein.

  • Avatarbild von Marcel Schwarzenberger Marcel Schwarzenberger
    am 26. September 2007, 12:58 Uhr

    @Erik
    Ein Interview ist zuallererst einmal ein Gespräch, bei dem der Interviewer Informationen von seinen Gesprächspartnern erfahren möchte. In welcher Form das stattfindet, ist im Grunde wurscht. Ein reines Frage-Antwort-Spiel bringt genau so viel oder wenig Ergebnisse wie ein Gespräch. Letzteres mag aber die spannendere Variante sein, wenn das Gespräch auch gesendet wird. Das ist also alles Geschmacksache. Auch ein Frage-Antwort-Spiel ist eigentlich ein Gespräch…. Aber gut, ich wills mal nicht übertreiben an der Stelle…:-)

  • Avatarbild von Zen Zen
    am 27. September 2007, 20:38 Uhr

    Interessantes Thema. Leider ist es oft nicht einfach Mitwirkende eines Projektes zu einer Veröffentlichung von eigenen Daten, wie Email oder Adresse, zu animieren. Ich habe versucht, dass jeder durch eine Art Profil vorgestellt wird. Sowas könnte ja wie vorhin gesagt Vertrauen beim Besucher erwecken. Leider hat jeder der “Ü40” Generation vom Team weder ihren Musikgeschmack, noch eigene Interessen nennen. Zu viel Angst vor dem offenen Medium Internet. Wie soll ich den Gedanken von Web 2.0 (alle arbeiten zusammen) bei meinem Projekt einbringen, wenn hier noch nicht einmal Web 1.0 verdaut ist.

    Letztens hatte ich auch ein ähnliches Problem mit meinen Eltern. Da ich leider keine Kreditkarte besitze, bat ich sie mir für eine Onlinebestellung ihre zu benutzen. Trotz fundierten Gründen, warum die Seite aus England wirklich vertrauenswürdig ist, wollten sie mir nicht glauben. Es wird im Fernsehen und in der Zeitung eben nur von dem Betrug berichtet und ein Großteil der älteren Benutzer denkt wirklich, dass ihre Daten sofort vom nächsten Verbrecher abgegriffen werden.

    Zum Kontakt: Warum die Email-Adresse hinschreiben? Kontaktformulare sind meiner Meinung noch immer die beste Lösung. Funktioniert sogar im Internet Café.

    MfG Alex

  • Avatarbild von Marcel Schwarzenberger Marcel Schwarzenberger
    am 28. September 2007, 10:39 Uhr

    @Zen
    hm, also ich verzichte bewusst auf Onlinebanking. Es gibt eben vertrauliche Dinge, die nicht in erster Linie mit einem bestimmten Webangebot zu tun haben, sondern grundlegender sind. Gerade in Zeiten der öffentlichen Diskussion rund um “Schnüffeln im Internet”. Da tut jeder Webseitenbetreiber gut daran, genau zu prüfen, welche Daten für welche Internetdienstleistungen er von seinen Usern oder eben auch Mitarbeitern via Internet abrufen lässt.

  • Avatarbild von Thomas Schaaf Thomas Schaaf
    am 30. September 2007, 16:36 Uhr

    @Erik Pöhler:

    in der Minute 45 ist da eindeutig Kirchen geläute!

    Oder in Hannover haben die ganz komische Straßenbahn Schranken…

    Thomas

  • Avatarbild von Andre Andre
    am 5. Oktober 2007, 20:55 Uhr

    Tolle Sendung. Werde ich mir nochmal anhören!

  • Avatarbild von marc thiele marc thiele
    am 23. Oktober 2007, 21:47 Uhr

    Super Folge. Ich dachte erst, als ich das Thema sah, dass es wohl etwas träge werden würde. Aber weit gefehlt. Habt ihr gut verpackt das Thema.

    Besten Gruß aus (derzeit) Hannover,
    marc

  • Avatarbild von Stephan Stephan
    am 11. November 2007, 15:55 Uhr

    Hallo,

    ich wollte eben den Podcast Nr. 91 zur Webcredibility runterladen …
    … kanns sein, dass im 91er-Beitrag aus Versehen Podcast Nr. 90 verlinkt ist?

    Grüsse,
    Stephan

  • Avatarbild von stereophone stereophone
    am 18. November 2007, 05:52 Uhr

    hier ist anscheinend nur folge 90 verlinkt, würde auch gerne folge 91 hören :)

  • Avatarbild von macx macx
    am 18. November 2007, 12:38 Uhr

    Folge 91 ist wieder richtig verlinkt.

  • Avatarbild von stereophone stereophone
    am 18. November 2007, 16:11 Uhr

    danke!!

  • Avatarbild von Emo Emo
    am 7. Februar 2008, 23:10 Uhr

    Sehr interessant, ich hätte nicht gedacht, dass man zu dem Thema, welches mir übrigens vorher unbekannt war, solch eine Zeitspanne mit Inhalten füllen kann. Und das ohne dem Zuhörer auch nur den geringsten Grund zum Einschlafen zu geben!

    Das war “top a top”, auch wenns schon ~1/2 Jahr her ist… :)

  • Avatarbild von Eddi Croc (Southwales) Eddi Croc (Southwales)
    am 25. Mai 2008, 08:11 Uhr

    Vor allem interessant finde es, eine Parallele zwischen Web Credibility VS Web Usability zu ziehen.. teilweise sind nämlich die Zielsetzungen beider nicht deckungsgleich

    p.s. den Podcast abonniere ich mir gleich mal, hört sich gut an..

  • Avatarbild von Gabriela social media Gabriela social media
    am 17. Februar 2014, 14:25 Uhr

    Ich finde beim Thema Web Credibility sollte mal verstärkt auf die ganzen Fake-Shops eingegangen werden, um diesbezüglich mal die Bürger aufzuklären. Ich habe schon oft von Bekannten gehört, dass sie von betrügerischen Shops um ihr Geld gebracht wurden und das waren eben keine auffällig schlecht designte Seiten, wie im Podcast als Warnhinweis erwähnt wurde. Diese hatten sogar Siegel auf der Seite, die jedoch gefälscht waren, sodass der ganze Webauftritt sehr professionell wirkte. Man liest ja sogar in Verbindung mit ebay hin und wieder solche Geschichten. Die Bewertungen eines Shops schützen da wohl auch nicht endgültig, wenn ein Shopbetreiber erst fleißig positive Bewertungen sammelt, um dann später seine Betrugsmasche durchzuführen.

  • Avatarbild von Godteri Godteri
    am 1. Dezember 2014, 11:23 Uhr

    Leider kann man sich nicht 100% gegen fake-shops schützen. Aber bei größeren Summen google ich den Shop, die Erfahrungen und die Telefonnummer. Wenn man seriöse Seiten (gelbe seiten, telefonbuch etc.) findet, wo diese Daten bestätigt werden, kann man fast davon ausgehen, das dort seriös gearbeitet wird.

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