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Transkript der Folge

  1. David

    Heute ist ein kleines Jubiläum. Hier ist der Technikwürze-Podcast Nummer zehn vom 27. Februar 2006. Mein Name ist David Maciejewski. Herzlich willkommen.

    Heute geht es um barrierefreie Webseiten. Eines ist sicher: Barrierefreie Internetseiten kann niemand auf Anhieb ohne Probleme umsetzen. Das heißt aber auch nicht, dass die Programmierung nur einem elitären Kreis vorbehalten ist. Aber was heißt eigentlich Barrierefreiheit? Für Blinde und Sehbehinderte soll die moderne Welt nicht am Bildschirm aufhören. Blindenschrift für den Computer heißt das Stichwort, denn das Internet eröffnet neue Dimensionen.

    Ein Lesegerät für Blinde übersetzt Buchstaben von Computerbildschirmen in Braille, die erhabene Schrift aus sechs Buchstaben. Der Apparat lässt die Punktschrift an einer rotierenden Walze wie ein Reifenprofil unter dem Finger des Lesers entlangziehen. Dennoch ist für viele Blinde die schöne neue Welt des Internets immer noch verschlossen, zumal Braillezahlen teuer sind. Akustische Übersetzungsprogramme, Screenreader, können längst nicht mit Braille mithalten.

    Schlimmer noch: Programmierer und Webdesigner tun ihr Übriges mit den Sites, um Blinden und anderen Sehbehinderten das Leben so schön schwer zu machen. Was heißt das? Tabellen beispielsweise, die zur Positionierung von Bildern und Logos verwendet werden, werden vom Lesegerät Zeile für Zeile vorgelesen. Das kann für den User sehr mühsam sein, zumal Image-HTML-Text zum Einbinden von Grafiken nicht gerade informativ sind.

    Statt Information erhält der Blinde lediglich einen unverständlichen Wort- und Buchstabensalat. Aber es gibt auch eine Reihe anderer Behinderungen wie die Farbblindheit, dessen Nachteile man mit sauberer Programmierung minimieren kann. Die einzige Lösung kann daher nur sein, sämtliche Layouttabellen und alle überflüssigen Code zu verbannen. Damit man genau weiß, was überflüssig ist, gibt es Standards, auf die wir näher eingehen werden, hier im Technikwürze-Podcast.

    Die grafische Ausgestaltung der Seiten übernimmt fortan CSS. Die nötige Information zur Anwendung stehen auf der Webseite max.de. Die einzige Lösung kann daher nur sein: Sämtliche Layouttabellen und alle überflüssigen Code verbannen wir. Damit man genau weiß, was überflüssig ist, gibt es Standards, auf die wir hier näher eingehen werden. Was ändert sich und was bleibt gleich? Die Arbeits- und Herangehensweise bei der Programmierung von barrierefreien und validen Webseiten wird eine andere sein.

    Es ist mehr Know-how notwendig. Logisches Umdenken ist gefragt. Damit solche Webseiten aber überhaupt richtig angezeigt werden können, benötigt man die neuen Browserversionen. Ältere Browser, wie zum Beispiel der immer noch eingesetzte Netscape vier sieben, auch wenn in ganz kleinen Stückzahlen, und andere gehören damit endlich der Vergangenheit an, weil diese schlicht und ergreifend nicht fähig sind, moderne Webseiten darzustellen.

    Wer glaubt, dass mit der Umsetzung von barrierefreien Websites viel Arbeit auf einen zukommt, irrt gewaltig. Die Aussagen mancher großer Agenturen, einige Task Forces eingerichtet haben, um diese Aufgabe bewältigen zu können, ist einzig allein ein Marketingtrick oder Zeugnis von zu wenig erfahren im Umgang mit CSS.

    In der Praxis aber zeigt sich schnell, dass die Programmierung von validen, sprich grammatikalisch korrekten und gleichzeitig barrierefreien Seiten lediglich eine andere Herangehensweise darstellt als bisher. Und ganz nebenbei gesagt: Exakt dazu wurden HTML-Standards verabschiedet. Regeln, an die man sich als Webdesigner halten sollte, sind nun wirklich nichts Neues.

    Vielmehr sollten Designer dankbar sein, dass Browser in der Regel auch mit wüsterem Code der sogenannten HTML-Suppe bislang immer klargekommen sind. Im Übrigen gibt es genügend Werkzeuge, welche uns Webleute bei der Entwicklung barrierefreier Sites unterstützen. Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Gleichstellung behinderter Menschen ist Barrierefreiheit nicht mehr nur eine nette Geste, sondern für öffentliche Anbieter Pflicht. Ab dem 1.

    August 2002 müssen alle Seiten, die von Bundesbehörden ins Netz gestellt werden, bestimmte Kriterien an die Barrierefreiheit genügen. Entsprechende Gesetze und Verordnungen auf Landes- und kommunaler Ebene sind in Vorbereitung und werden sich an die Vergaben der Barrierefreie Informationstechnikverordnung BTv anlehnen. Die Anzahl behindertengerecht programmierter Website wird in den nächsten Jahren rapide zunehmen. Noch ist Zeit, sich die Techniken dahinter genau anzusehen.

    Die Mucke.

    Das war der Technikwürze-Podcast Nummer zehn vom 27. Februar 2006. Für euch gibt's jetzt noch Alison Crowe mit Sea of a Million Faces. Ich bedanke mich fürs Zuhören und freue mich. Bis zum nächsten Mal.

  2. Einspieler

    Der Podcastclub vereint.

Heute geht es um barrierearme Webseiten. Was ist überhaupt Barrierefreiheit? Was bedeutet das für uns Webentwickler? Gibt es gesetzliche Bestimmungen?
David Maciejewski gibt eine kleine Einweisung in die Thematik.


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